Bafep – Schule für Elementarpädagogik
Projektbeschreibung, Salzburg

Doppelhaus Mehrfamilienhaus Sulzberg Vorarlberg Harlander

Das Planungsgebiet der Bafep liegt zentral zwischen der historischen Altstadt Salzburgs, dem gewachsenen Stadtgefüge des Stadtteils Parsch und dem markanten Baumbestand und Grünraum des Kapuzinerberges (als einer der drei Stadtberge). Geprägt wird der Bauplatz einerseits durch die neu entstandene Wohn- & Bürobebauung Borromäum und andererseits dem historischen Bildungszentrum Borromäum als ein markanter, denkmalgeschützter Solitärbau mit hoher Qualität und einem wichtigen und prägenden Bauwerk für die gesamte Umgebung der südlichen Altstadt.

An diesem Ort soll nun die Bafep (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik) als Ausbildungsstätte für die zukünftigen Kindergartenpädagogenaufnehmen um Raum zum Lernen, für Begegnung und Inspiration zu schaffen. Dabei war vor allem eine Struktur gesucht, die behutsam undrespektvoll mit dem Bestandssolitär Borromäum umgeht. Der Neubau soll sich einerseits zurücknehmen und nicht in Konkurrenz zumdenkmalgeschützten Bestandssolitär treten – zugleich aber in zweiter Reihe dem wertvollen Bestand eine moderne Erweiterung zur Seitestellen und zusätzlich den neuen Schulplatz prägnant und identitätsvoll abschliessen.

Projektpartner Mayer Seidl
Auftraggeber
Erzdiözese Salzburg
Zeitraum
2021 – 2025
Fakten 18 Klassen + 12 Fachsäle
3-fach Sporthalle + Mehrzwecksaal
gemeinsame Bibliothek
Fotograf Dominic Kummer

Doppelhaus Mehrfamilienhaus Sulzberg Vorarlberg Harlander
Doppelhaus Mehrfamilienhaus Sulzberg Vorarlberg Harlander
Doppelhaus Mehrfamilienhaus Sulzberg Vorarlberg Harlander

Dazu wird die Sockelzone des historischen Bildungszentrums Borromäum und die Arkaden der Wohnbebauung Borromäum in deren Höhe aufgenommen und im Bereich der Bafep vermittelnd interpretiert. Dieser Bereich des umlaufenden gläsernen Sockels nimmt auch die gemeinsam genutzten Bereiche der beiden Schulen auf. Diese sind die neue 3-fach Sporthalle (mit Kletterwand und Fitnessraum) sowie mit angrenzenden Umkleiden und Sanitärbereiche, dem gemeinsam genutzten Mehrzwecksaal, die Bibliothek sowie die neue Großküche und Mensa. Von dieser gemeinsam genutzten Erdgeschosszone geht es über eine große Lerntreppe in die beiden oberen Stockwerke, die vom betonierten Erdgeschoss in die beiden warmen und behaglichen Obergeschosse als Holzbau führen.

Diese beiden Obergeschosse sind als massiver Holzbau errichtet und nehmen die 18 Klassen und 10 Fachsäale auf, welche windradförmig um einen großen Innenhof angeordnet sind. Jeder Aufenthalts- & Erschliessungsbereich bietet attraktive und gemeinsam gut nutzbare Loungebereiche mit angegliederten Loggien und großzügigen Panorama-Schiebetüren für einen Blick in die umgebenden Grünräume. 

Die Materialisierung der Lernbereiche mit Holzmassivwänden (in Sichtoptik), Holzlamellendecken und Holzfenster sorgen einerseits für ökologisch vorbildliche Werte und sorgen andererseits mit ihrer eleganten und robusten Oberfläche auch für warme und berührtere Oberflächen für eine sehr hohe Aufenthaltsqualität.Die beiden Obergeschosse sind mit einem beweglichen und justierbaren Metalllamellen eingekleidet, die sich je nach Sonnenstand verstellenlassen, dem Gebäude eine elegante Optik verleihen und zusätzlich auch zur Verbesserung der Energieeffizienz und Sonnenschutz beitragen. Abgerundet werden die vorbildlichen ökologischen Werte mit einem begrünten Dach und einer vollständigen PV-Belegung.

Vor der Bafep erstreckt sich der neue Schulplatz – mit multifunktionaler Nutzung. Der nach ökologischen Kriterien hitzeresilient gestaltetete urbane Platz als einladender Aussenraum wird zum neuen „lebendigen Herzen“ zwischen dem historischen Bildungszentrum, Bafep und Kindergarten in der neuen Wohn- & Bürobebauung Borromäum. Vielfältige Nutzungen und hohe Freiraumqualität sind besonders herausgearbeitet, dazu wurde bsp. auch ein ca. 100 jähriger Baum am Grundstück versetzt sowie der benachbarte Gersbach aus dem Beton-Korsett befreit und in Folge ökologisch renaturiert.

Doppelhaus Mehrfamilienhaus Sulzberg Vorarlberg Harlander
Doppelhaus Mehrfamilienhaus Sulzberg Vorarlberg Harlander
Doppelhaus Mehrfamilienhaus Sulzberg Vorarlberg Harlander

Von der Rettung eines Baumes

Die knapp 100 jährige Linde hat für die Erzdiözese und das benachbarte Privatgymnasium eine große Bedeutung. Ursprünglich von der ersten Maturaklasse gepflanzt, wurden diese mit dem Erhalt des Zeugnisses zum Kriegsdienst im Weltkrieg abkommandiert; vom welchem nur ein knappes Drittel überlebte und zurückgekehrt ist. Der Baum ist Erinnerung und Gedenkstätte zugleich. Aus diesem Grund wurde der Baum schonend ausgegraben und mittels zweier Autokräne am Grundstück versetzt. Damit kann der Bau der Kindergartenschule Bafep starten. Mit dem Bau der Bafep wird ein weiterer Jubiläumsbaum gepflanzt.

Architekturbüro Thomas Harlander ZT GmbH
staatlich befugter und beeideter Ziviltechniker

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Wiesenweg 11, 6922 Wolfurt
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